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Balkonkraftwerk am Carport: Montage, Ertrag & Genehmigung

Ein Balkonkraftwerk am Carport ist eine der klügsten Installationsvarianten für Eigenheimbesitzer, die keine Süddachfläche besitzen oder die Montage auf dem Hauptgebäude scheuen. Carports bieten freistehende, gut zugängliche Flächen, die sich – bei richtiger Planung – hervorragend für Photovoltaikmodule eignen. Wer die technischen Anforderungen, baurechtlichen Rahmenbedingungen und Montagevarianten kennt, kann seinen Carport in eine kleine, rentable Kraftwerk-Station verwandeln.

Kurz zusammengefasst

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Ein Balkonkraftwerk lässt sich auf den meisten Carport-Dächern installieren – sowohl auf Flachdach- als auch auf Pultdach-Konstruktionen. Die maximale gesetzliche Leistung liegt aktuell bei 800 Watt Wechselrichterausgangsleistung. Anmeldung beim Netzbetreiber und Eintragung im Marktstammdatenregister sind Pflicht. Die Statik des Carports muss vorab geprüft werden.

Wichtiger Hinweis: Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Balkonkraftwerke werden regelmäßig angepasst. Die hier genannten Grenzwerte (800 W Wechselrichterleistung) entsprechen dem Stand 2024/2025. Für 2026 diskutierte Änderungen sollten vor der Installation mit dem zuständigen Netzbetreiber abgeglichen werden.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Carports als Standort sind technisch und rechtlich für Balkonkraftwerke geeignet
  • Statik und Traglast müssen geprüft werden – oft reichen 15–20 kg/m² für zwei Module
  • Flachdach-Carports benötigen Aufständerungssysteme für optimale Neigung
  • Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister ist gesetzlich vorgeschrieben
  • Kombination mit einem E-Auto-Ladepunkt ist technisch sinnvoll und wirtschaftlich attraktiv
Author’s Take – Markus Feldern, Energieberater & Elektrotechniker

„Ich erlebe es regelmäßig: Leute verbringen Monate damit, eine Genehmigung für ihr Hausdach zu erwarten – und übersehen dabei den Carport direkt vor ihrer Nase. Der steht frei, hat oft perfekte Südausrichtung und niemand redet rein. Wenn die Statik stimmt, ist das die unkomplizierteste Lösung für ein Balkonkraftwerk, die ich kenne.“

Markus Feldern ist Elektrotechniker mit 14 Jahren Berufserfahrung im Bereich dezentrale Solarenergie. Er installiert seit 2019 Balkonkraftwerke für Privathaushalte und berät Kommunen zu Photovoltaik-Kleinstanlagen.

Was ist ein Balkonkraftwerk am Carport?

Ein Balkonkraftwerk am Carport ist eine steckfertige Photovoltaik-Kleinanlage mit maximal 800 Watt Wechselrichterleistung, die auf oder an einem überdachten Stellplatz montiert wird.

Anders als beim klassischen Balkon-Einsatz profitieren Carport-Installationen von größeren freien Flächen und besseren Ausrichtungsmöglichkeiten. Zwei handelsübliche Module mit je 400–440 Wp passen auf die meisten Einfach-Carports problemlos drauf. Der erzeugte Gleichstrom wird über einen Mikrowechselrichter in haushaltsüblichen Wechselstrom umgewandelt und per Einspeisesteckdose ins Hausnetz eingespeist.

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Der entscheidende Unterschied zum Dachausbau: Ein Carport ist kein Hauptgebäude. Das vereinfacht in vielen Bundesländern die baurechtliche Situation erheblich – was aber nicht bedeutet, dass gar keine Regeln gelten.

Welche Vorteile bietet die Installation eines Balkonkraftwerks am Carport?

Carports stehen oft freier als Hausdächer, ermöglichen einfachere Montage und sind häufig näher am Gartenbereich – das vereinfacht Kabelführung und Wartung erheblich.

Ein praktischer Vorteil, den viele unterschätzen: Die Arbeitshöhe. Wer schon mal auf einem Steildach gearbeitet hat, weiß, wie angenehm es ist, Module auf einem Carport-Dach in zwei Metern Höhe zu installieren. Dazu kommt die Verschattungsfreiheit – Carports stehen in der Regel nicht im Schatten benachbarter Gebäudeteile.

Für wen eignet sich ein Balkonkraftwerk am Carport?

Besonders geeignet für Eigenheimbesitzer ohne nutzbare Süddachfläche, Mieter mit eigenem Carport sowie Haushalte, die einen E-Auto-Ladepunkt integrieren möchten.

Wer ein Norddach hat oder wessen Hausdach unter Denkmalschutz steht, findet im Carport oft die pragmatische Alternative. Auch für Mieter, die Solarstrom erzeugen wollen, kann ein eigener oder gemieteter Carport-Stellplatz der einzige realistische Weg sein – vorausgesetzt, der Vermieter stimmt zu.

Welche Arten von Carports sind für Balkonkraftwerke geeignet?

Grundsätzlich eignen sich Flachdach-Carports und Pultdach-Carports – beide Varianten haben spezifische Anforderungen an Montagesystem und Modulneigung.

Wie unterscheiden sich Flachdach- und Pultdach-Carports für die Montage?

Beim Flachdach-Carport liegt die Herausforderung in der Neigung: Module brauchen mindestens 10–15 Grad Aufständerung, damit Regenwasser ablaufen kann und der Ertrag stimmt. Beim Pultdach – also der geneigten Einzel-Schräge, die die meisten Holz-Carports haben – liegt die Neigung oft schon im optimalen Bereich zwischen 25 und 35 Grad. Hier lassen sich Module direkt auf die vorhandene Dachlattung montieren.

Kann ein Balkonkraftwerk auf jedem Carport installiert werden?

Nein. Entscheidend sind Statik, Ausrichtung und Zustand des Dachs. Ein alter, reparaturbedürftiger Holzcarport mit brüchigen Sparren ist kein geeigneter Untergrund – egal wie gut die Südausrichtung ist. Die Dachkonstruktion muss die Zusatzlast der Module dauerhaft und windsicher tragen.

Welche technischen Voraussetzungen muss ein Carport erfüllen?

Tragfähige Dachkonstruktion, ausreichende Dachlast-Reserve, geeignete Ausrichtung und ein intakter Unterbau sind die grundlegenden Voraussetzungen.

Wie prüfe ich die Statik meines Carports für ein Balkonkraftwerk?

Zwei gängige Solarmodule wiegen zusammen rund 40–50 kg. Dazu kommen Schneelast, Windlast und das Gewicht des Montagesystems. Als Faustregel gilt: Carports müssen in Deutschland nach DIN EN 1991 mindestens 75 kg/m² Schneelast tragen. Ob die eigene Konstruktion das wirklich leistet, lässt sich an der Baustatik ablesen – die sollte jeder Eigenheimbesitzer irgendwo in seinen Unterlagen haben.

Ist eine statische Berechnung durch einen Fachmann notwendig?

Nicht immer – aber bei selbstgebauten Carports oder sehr alten Holzkonstruktionen dringend empfehlenswert. Ein Statiker oder erfahrener Zimmerer kann in zwei Stunden eine fundierte Einschätzung geben. Der Aufwand lohnt sich: Eine nachträglich eingestürzte Konstruktion kostet weit mehr als jede Beratungsgebühr.

Expert Insight

Bei Aluminium-Bausatz-Carports vom Fachhandel ist die Statik meist dokumentiert und reicht für zwei Module problemlos aus. Kritischer werden selbstgebaute Holzkonstruktionen aus den 1980ern – dort fehlt oft jede Berechnung und das Holz kann im Laufe der Jahre an Tragfähigkeit verloren haben. Im Zweifel: Zimmermann hinzuziehen, bevor Module bestellt werden.

Welche Montagevarianten gibt es für Balkonkraftwerke am Carport?

Es gibt drei hauptsächliche Varianten: direkte Aufdachmontage, Aufständerungssysteme auf der Dachfläche und Fassadenmontage an der Carport-Seite.

Wie werden Module auf einem Flachdach-Carport befestigt?

Auf Flachdächern kommen Aufständerungssysteme zum Einsatz – entweder als Ballastlösung (ohne Durchbohrung, mit Beschwerungssteinen) oder als verschraubte Konstruktion. Die Ballast-Variante ist schonender für die Dachhaut, erfordert aber mehr Traglastreserve. Für ein Carport-Flachdach mit Trapezblech oder Bitumenbahn ist die verschraubte Aufständerung oft stabiler und leichter.

Wie erfolgt die Montage auf einem Pultdach-Carport?

Hier wird in der Regel wie beim klassischen Hausdach vorgegangen: Dachhaken oder Klemmsysteme werden an der Dachunterkonstruktion befestigt, darauf kommen Aluminiumschienen, auf denen die Module mit Mittel- und Endklemmen fixiert werden. Der Vorteil: geringer Materialaufwand, hohe Stabilität, bewährte Technik.

Was sind Aufständerungssysteme und wann werden sie benötigt?

Aufständerungssysteme heben Module auf die gewünschte Neigung an. Sie werden immer dann gebraucht, wenn das Carport-Dach selbst zu flach liegt – unter 10 Grad ist für Solarmodule suboptimal. Gängige Systeme erlauben Neigungswinkel zwischen 10 und 35 Grad und sind für Standard-Modulgrößen ausgelegt.

Kann ich ein Balkonkraftwerk selbst am Carport montieren?

Die mechanische Montage – Module aufschrauben, Schienen befestigen – ist für handwerklich begabte Heimwerker machbar. Den elektrischen Anschluss sollte man jedoch nur selbst ausführen, wenn man die entsprechende Qualifikation hat. Die VDE 0100-551 schreibt vor, dass der Anschluss an das Hausnetz durch eine Elektrofachkraft erfolgen oder zumindest abgenommen werden sollte. Viele Installateure bieten auch Teilleistungen an – Montage selbst, Anschluss vom Profi.

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Welche Leistung sollte ein Balkonkraftwerk am Carport haben?

Zwei Module mit je 400–440 Wp und ein 800-Watt-Wechselrichter sind die Standardkonfiguration – legal, effizient und für die meisten Carport-Flächen ausreichend.

Wie viele Module passen typischerweise auf ein Carport-Dach?

Ein Einzel-Carport hat meist 3 × 5 bis 3 × 6 Meter Dachfläche – das ergibt 15 bis 18 m². Zwei Standardmodule belegen rund 4 m². Theoretisch würden mehr Module passen, aber die 800-Watt-Grenze des Wechselrichters begrenzt die sinnvolle Modulanzahl auf zwei, maximal drei Stück mit Overpaneling-Strategie.

Was ist bei der Modulausrichtung am Carport zu beachten?

Süd ist ideal, Südost und Südwest funktionieren gut. Reine Ost- oder Westausrichtung reduziert den Jahresertrag um 20–30 %, ist aber bei Eigenverbrauchsoptimierung durchaus sinnvoll – morgens oder abends, wenn der Haushalt aktiver ist. Nord ist für eine Hauptfläche nicht empfehlenswert.

Wie wirkt sich die Neigung des Carport-Dachs auf den Ertrag aus?

In Deutschland ist ein Neigungswinkel von 30–35 Grad optimal für maximalen Jahresertrag. Viele Pultdach-Carports liegen bei 15–25 Grad – der Ertragsunterschied gegenüber dem Optimum beträgt meist nur 5–10 %. Kein Grund zur Panik, aber bei flachen Dächern lohnt sich der Einsatz eines Aufständerungssystems.

Ausrichtung Neigung Relativer Jahresertrag Geeignet für
Süd 30–35° 100 % (Referenz) Maximaler Jahresertrag
Südost / Südwest 25–35° ~90–95 % Sehr gut, leicht reduziert
Ost / West 25–30° ~70–80 % Eigenverbrauchsoptimierung
Süd (flach) 10–15° ~88–93 % Flachdach-Carport mit Aufständerung
Nord beliebig ~55–65 % Nur Notlösung

Was muss ich bei Verschattung durch Bäume oder Gebäude beachten?

Verschattung ist der größte Ertragsfeind. Schon ein einzelner verschatteter Bereich auf einem Modul kann – ohne Optimierer oder Mikrowechselrichter – die gesamte Leistung drastisch reduzieren. Wer Bäume in der Nähe hat, sollte Mikrowechselrichter oder Leistungsoptimierer einplanen. Diese kompensieren Teilverschattungen auf Modulebene und sorgen dafür, dass das restliche Panel weiter auf Vollleistung läuft.

Wie funktioniert die elektrische Anbindung eines Balkonkraftwerks am Carport?

Module erzeugen Gleichstrom, der Wechselrichter wandelt ihn in 230V-Wechselstrom um – dieser wird per Kabel und Einspeisesteckdose in die Hausinstallation eingespeist.

Welcher Wechselrichter ist für ein Carport-Balkonkraftwerk geeignet?

Mikrowechselrichter wie Hoymiles HM-800 oder Deye SUN-M80G3 sind für zwei Module ausgelegt und bieten WLAN-Monitoring. Sie werden direkt am Modul montiert oder in der Nähe des Daches – geschützt vor direkter Bewitterung. String-Wechselrichter kleiner Leistung sind ebenfalls möglich, aber bei nur zwei Modulen weniger verbreitet.

Was ist der Unterschied zwischen Wieland-Stecker und Schuko-Stecker?

Der Wieland-Stecker ist eine verriegelnde, berührungsgeschützte Sondersteckverbindung, die von einigen Netzbetreibern bevorzugt wird. Der Schuko-Stecker ist der handelsübliche Haushaltsstecker – und seit der Überarbeitung der VDE 0100-551 unter bestimmten Bedingungen in Deutschland für Balkonkraftwerke offiziell zulässig. Wer sichergehen will, fragt beim Netzbetreiber nach, welche Lösung vor Ort akzeptiert wird.

Wo sollte die Einspeisesteckdose am Carport installiert werden?

Idealerweise in der Nähe des Carports – entweder an der Außenwand des Hauses oder direkt am Carport, wenn dieser ans Hausnetz angebunden ist. Wichtig: Die Steckdose muss für den Außenbereich geeignet sein (IP44 oder höher) und darf nicht über eine Verlängerungsschnur betrieben werden.

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Ein häufiger Fehler: Das Kabel vom Carport wird durch den Garten zum Haus verlegt – ohne Erdverlegung, sondern einfach auf dem Boden liegend. Das ist weder sicher noch dauerhaft. Ein UV-beständiges Außenkabel in einem Schutzrohr oder direkt erdverlegt (NYY-J oder NYM-J) ist die korrekte Lösung. Der Mehraufwand hält sich in Grenzen.

Muss das Balkonkraftwerk am Carport angemeldet werden?

Ja, unbedingt. Sowohl die Anmeldung beim Netzbetreiber als auch die Registrierung im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sind gesetzlich vorgeschrieben.

Wie registriere ich mein Balkonkraftwerk im Marktstammdatenregister?

Die Registrierung erfolgt kostenlos online unter marktstammdatenregister.de. Man gibt Leistung, Standort, Inbetriebnahmedatum und Wechselrichtertyp an. Die Eintragung dauert meist unter zehn Minuten. Die Frist beträgt einen Monat nach Inbetriebnahme.

Gelten baurechtliche Bestimmungen für Balkonkraftwerke am Carport?

Das hängt vom Bundesland ab. In vielen Ländern gilt eine Kleinanlagen-Ausnahme – Solarmodule auf Nebengebäuden unter einer bestimmten Größe sind genehmigungsfrei. Im Zweifelsfall kurz bei der Gemeindeverwaltung nachfragen; das kostet fünf Minuten und schafft Klarheit.

Was ist bei einer Carport-Anlage in einem Mehrfamilienhaus zu beachten?

Wer in einer WEG (Wohnungseigentümergemeinschaft) lebt und einen Carport-Stellplatz nutzt, braucht die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Seit der WEG-Reform 2020 haben Eigentümer ein Recht auf bauliche Veränderungen für erneuerbare Energien – die Ablehnung ist deutlich schwerer geworden, aber nicht unmöglich.

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Was kostet ein Balkonkraftwerk für den Carport?

Komplettsets für zwei Module inklusive Wechselrichter, Kabel und Einspeisestecker kosten je nach Qualität zwischen 400 und 900 Euro – zuzüglich Montagesystem und Installationskosten.

Komponente Typische Kosten Hinweis
2 × Solarmodul (400 Wp) 150–300 € Markenware Tier 1 empfohlen
Mikrowechselrichter (800 W) 120–200 € Mit WLAN-Monitoring
Montagesystem / Aufständerung 80–200 € Je nach Carport-Typ
Kabel & Stecker 30–80 € Inkl. Außensteckdose
Installation (Elektriker) 100–300 € Abhängig von Aufwand
Gesamt (ca.) 480–1.080 € Eigenleistung spart 150–300 €

Gibt es Förderungen für Balkonkraftwerke am Carport im Jahr 2026?

Auf Bundesebene gibt es 2026 keine direkte Einzelförderung für Balkonkraftwerke. Viele Kommunen und einzelne Bundesländer bieten jedoch eigene Förderprogramme an – oft als Zuschuss zwischen 100 und 500 Euro. Es lohnt sich, beim lokalen Energieversorger oder der Gemeindeverwaltung nachzufragen.

Wie hoch ist der zu erwartende Stromertrag am Carport?

Mit zwei 400-Wp-Modulen in Südausrichtung und 30° Neigung sind in Deutschland 700–900 kWh Jahresertrag realistisch – je nach Standort und Verschattung.

Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Singlehaushalt verbraucht rund 1.500–2.000 kWh pro Jahr. Ein Carport-Balkonkraftwerk deckt davon grob 35–50 % ab – sofern der Eigenverbrauchsanteil stimmt. Das klingt zunächst wenig, macht bei 30 Cent/kWh aber rund 210–270 Euro Einsparung pro Jahr aus.

Wann amortisiert sich ein Balkonkraftwerk am Carport?

Bei Gesamtkosten von 600–800 Euro und jährlichen Einsparungen von 200–270 Euro liegt die Amortisationszeit bei 3 bis 4 Jahren. Danach produziert die Anlage über ihre restliche Lebensdauer von 20–25 Jahren faktisch kostenlosen Strom – sofern die Komponenten halten, was gut gewartete Markenprodukte in der Regel tun.

Kann überschüssiger Strom ins Netz eingespeist werden?

Ja – wer mehr produziert als er gerade verbraucht, speist automatisch ins öffentliche Netz ein. Die Einspeisevergütung für Balkonkraftwerke ist jedoch minimal und in der aktuellen Gesetzeslage kaum der Rede wert. Der Fokus sollte klar auf Eigenverbrauch liegen: Waschmaschine, Spülmaschine und andere Großverbraucher tagsüber laufen lassen, wenn die Sonne scheint.

Welche Sicherheitsaspekte sind bei der Installation zu beachten?

Windlast-sichere Befestigung, schutzklassengerechte Außenelektrik, kein Betrieb ohne Wechselrichter und korrekte Absicherung im Hausverteiler sind die zentralen Sicherheitsanforderungen.

Wie schütze ich das Balkonkraftwerk vor Wettereinflüssen?

Solarmodule selbst sind für den Außenbetrieb ausgelegt (Schutzklasse IP67 typisch). Der Wechselrichter sollte jedoch nicht direkt dem Regen ausgesetzt sein – eine kleine Schutzabdeckung oder die Montage an der Unterseite des Carport-Dachs verlängert die Lebensdauer erheblich. Kabelverbindungen sollten mit geeigneten Outdoor-Verbindern ausgeführt werden.

Welche Brandschutzmaßnahmen sollten berücksichtigt werden?

Solarmodule sind keine Brandquelle per se, aber Gleichstromleitungen müssen korrekt abgesichert und verlegt sein. Kein Kabel sollte gequetscht, gescheuert oder ungeschützt durch Holzkonstruktionen geführt werden. Bei längeren DC-Kabeln (Gleichstromseite) sind passende Leitungsschutz-Elemente sinnvoll.

Kann ein Balkonkraftwerk am Carport mit einem E-Auto-Ladepunkt kombiniert werden?

Ja – und das ist eine der attraktivsten Anwendungen. Solarstrom vom Carport-Dach direkt in die Batterie des Elektroautos laden: sauber, günstig und naheliegend.

Die Kombination aus Carport-Solaranlage und Wallbox ist technisch simpel, wenn beide ans gleiche Hausnetz angebunden sind. Wer ein smartes Lademanagement einsetzt, kann den Ladestrom auf die Solarproduktion abstimmen – das maximiert den Eigenverbrauchsanteil. Bei 800 Watt Leistung reicht die Energie zwar nur für eine Langsamladung, aber für tägliche Kurzstrecken summiert sich das über das Jahr zu mehreren hundert Kilometern kostenlos gefahrener Strecke.

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Wer langfristig plant: Eine Balkonkraftwerk-Installation am Carport ist oft der erste Schritt zu einer größeren PV-Anlage. Die Verkabelung, die Statikprüfung und die Erfahrung mit dem System bereiten auf eine spätere Aufrüstung vor. Mancher Kunde, den ich beraten habe, startete mit zwei Modulen am Carport und hatte zwei Jahre später eine vollständige 10-kWp-Anlage auf dem Hausdach – weil er verstanden hatte, wie das System funktioniert.

Wie warte ich ein Balkonkraftwerk am Carport?

Wartungsaufwand ist minimal: Zweimal jährlich Reinigung der Module, visuelle Kontrolle der Kabelverbindungen und Überprüfung der Wechselrichter-Monitoring-Daten.

Module auf Carports sind oft verschmutzungsanfälliger als auf Steildächern, weil der flachere Winkel weniger Selbstreinigung durch Regen ermöglicht. Weiche Bürste, lauwarmes Wasser, kein Hochdruckreiniger – das ist alles, was man braucht. Wer das WLAN-Monitoring des Wechselrichters nutzt, erkennt Leistungsabfälle sofort und kann reagieren, bevor kleines Problem zu großem Schaden wird.

Häufige Fragen zum Balkonkraftwerk am Carport

Brauche ich eine Baugenehmigung für ein Balkonkraftwerk am Carport?

In den meisten Bundesländern sind kleine Solaranlagen auf Nebengebäuden genehmigungsfrei. Trotzdem lohnt ein kurzer Check bei der Gemeindeverwaltung – die Regelungen variieren je nach Bundesland und Ortssatzung.

Wie viel Strom erzeugt ein Balkonkraftwerk am Carport im Jahr?

Mit zwei 400-Wp-Modulen in günstiger Südlage sind in Deutschland 700 bis 900 kWh pro Jahr realistisch. Das entspricht Einsparungen von rund 200–270 Euro jährlich bei 30 Cent Strompreis.

Darf ich als Mieter ein Balkonkraftwerk am Carport-Stellplatz installieren?

Grundsätzlich ja, aber die Zustimmung des Vermieters ist erforderlich. Bei Wohnungseigentümergemeinschaften regelt das WEG-Recht die Bedingungen. Eine Ablehnung ohne sachlichen Grund ist seit 2020 schwerer durchzusetzen.

Welcher Neigungswinkel ist am Carport optimal?

Für maximalen Jahresertrag in Deutschland sind 30–35 Grad ideal. Viele Pultdach-Carports liegen bei 15–25 Grad – der Ertragsunterschied ist gering und durch den Einsatz eines Aufständerungssystems korrigierbar.

Kann ich Schuko-Stecker für mein Carport-Balkonkraftwerk verwenden?

Ja, unter den Bedingungen der aktuellen VDE 0100-551 ist der Schuko-Stecker für Balkonkraftwerke in Deutschland grundsätzlich zulässig. Manche Netzbetreiber bevorzugen jedoch den Wieland-Stecker – Rückfrage empfehlenswert.

Fazit

Ein Balkonkraftwerk am Carport ist weit mehr als eine Notlösung für Haushalte ohne Süddach. Wer Statik, Ausrichtung und elektrische Anbindung sauber plant, bekommt eine wartungsarme, rentable Anlage, die sich in drei bis vier Jahren amortisiert und danach jahrzehntelang kostenlos Strom liefert. Dass sich das Ganze mit einem E-Auto-Ladepunkt kombinieren lässt, macht den Carport zum stillen Helden der privaten Energiewende – zu Unrecht oft übersehen, aber kaum zu schlagen, wenn die Voraussetzungen stimmen.

Peter Mälzer
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